Veränderungen der Märkte – und die notwendigen Anpassungen im Personalbereich
Sie kennen noch die Schlagzeilen zum Ausklang des letzten Jahres: „Wie viel Rüstung braucht Europa?” oder „Kann sich Deutschland die Schwächung der Rüstungsindustrie leisten?“.
In den Medien wurde und wird dazu kräftig spekuliert und auch mit Ängsten kolportiert. Pünktlich zum Jahreswechsel änderte sich dann der Tenor; die neuen Schlagzeilen lauteten zum Beispiel: „Bundeswehrverband fordert Kampfdrohnen zum Schutz von Soldaten”.
Veränderungen der Märkte
Fakt ist: Die Wehrtechnische Industrie befindet sich in einer Zeit des massiven Umbruchs. Gerade die wesentlichen Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit haben große Auswirkungen auf die Zukunft der gesamten Branche: Geringere Budgets, ein deutlicher Rückgang an öffentlich finanzierten Forschungs- und Entwicklungsprojekten, eine ansteigende Internationalisierung der Märkte und sich ändernde Bedrohungsszenarien für die Streitkräfte. Dies sind nur einige der Faktoren, welche die Branche vor immer neue Herausforderungen stellen.
Die Heimatmärkte bleiben für die westeuropäische Rüstungsindustrie sicherlich weiter attraktiv. Das eigentliche Wachstum der Branche findet jedoch außerhalb dieser Märkte statt und liegt vor allem im Mittleren Osten, in Südamerika und im asiatischen Raum.
Sicher ist, dass die weltweite sicherheitspolitische Lage in den kommenden Jahren angespannt bleiben sowie die Anzahl der bewaffneten Konflikte weiter zunehmen wird. Sehr sicher ist auch, dass die westeuropäischen Streitkräfte sich vermehrt auf asymmetrische Bedrohungen sowie auf die zunehmende Verlagerung der Einsatzgebiete in urbane Umgebungen einstellen werden müssen. Ebenso rücken Cyberwar-Szenarien und Konfliktursachen wie der Kampf um (seltene) Rohstoffe, Wasser und Nahrungsmittel noch weiter in den Vordergrund. Das bedeutet letztendlich neue Herausforderungen an die von den Streitkräften eingesetzten wehrtechnischen Produkte wie auch an die Arten ihrer Verwendung.
Der Technologie- und Know-how-Vorsprung der westeuropäischen Rüstungsindustrie gegenüber Ländern wie Russland, Südkorea, China, Brasilien, Indien oder der Türkei wird wohl noch über Jahre gegeben sein, ist jedoch auch abhängig von der weiteren Beteiligung europäischer Rüstungsunternehmen an multinationalen Aufträgen. So rechnen viele der im Bereich Rüstung und Defence tätigen Unternehmen sogar mit steigenden Umsätzen in den nächsten zehn Jahren, einen Großteil davon zukünftig im Ausland erwirtschaftet.
Notwendige Anpassungen
Unserer Erfahrung nach sind viele Unternehmen der Rüstungsindustrie vor allem im Personalbereich noch nicht auf die für eine steigende Wettbewerbsfähigkeit nötigen Veränderungen vorbereitet. Die entscheidende Herausforderung wird, in einem immer bedeutenderen Ausmaß, die zielgerichtete Suche und Gewinnung der „richtigen” Mitarbeiter sein. Demzufolge müssen Rekrutierungsprozesse noch effektiver und effizienter gestaltet werden, damit die Verfügbarkeit an qualifiziertem Personal für die Zukunft bleibend sichergestellt sein wird. Der Erhalt und Ausbau des „betrieblichen Humankapitals” bleibt ebenso wie der des technologischen Know-hows ein entscheidender, strategischer Wettbewerbsfaktor.
Einen deutlichen Wettbewerbsvorteil weisen Unternehmen auf, die in ihr Recruitingportfolio auch die strategische Kooperation mit einer Personalberatung aufnehmen und auf diese Weise selbst schwierige Vakanzen besetzen können. Mit zunehmender Dynamik auf dem Arbeitsmarkt sind innovative Personalstrategien gefragt, die eine schnelle, fundierte Entscheidungsfindung unterstützen. Das Inserieren von Stellenanzeigen ist dabei oftmals nicht mehr zielerreichend; wir empfehlen Ihnen an dieser Stelle die Direktansprache, um (diskret) auf Kandidaten zuzugehen, diese anzusprechen und zu motivieren, auch wenn sie sich aktuell nicht für den offenen Arbeitsmarkt interessieren. Des Weiteren können Auswahlverfahren, welche mit großem organisatorischem Aufwand verbunden sind, nicht so zeitnah und flexibel eingesetzt werden wie etwa ein strukturiertes Interview in Kombination mit eignungsdiagnostischen Verfahren – beide liefern eine ähnlich valide Grundlage für die Personalauswahl.
Thorsten Schneider
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